Ausgedacht "Phönix"

Ich habe endlich mal wieder die Motivation, die Lust und die Zeit einen neuen Blogbeitrag zu verfassen. Dieses Mal stelle ich euch gleich eine gesamte Arbeit vor, wobei ich bei den jeweiligen Teilen nicht ins Detail gehen werde, dies um dich lieber Leser nicht zulange von etwas Interessanterem abzuhalten.  

 

Motivwahl  

Gewählt habe ich zu dieser Arbeit einen japanischen Phönix, wobei dieser anders als der Europäische nicht für Wiedergeburt oder etwas Ähnlichem steht. Nach der Legende erscheint der japanische Phönix nur wen Frieden und Harmonie herrschen und verschwindet wieder, wen dem nicht mehr so ist. Nun merkst du sicher lieber Leser, welche Ironie es beinhaltet, ausgerechnet zu dieser Zeit dieses Motiv zu wählen.  

 

Der japanische Phönix ist eine Chimäre aus mehreren Vogelarten, einem Pfau, einem Kranich, einem Hahn und ich glaube noch einer Schwalbe. Beim Zeichnen und Skizzieren habe ich natürlich versucht, all dieses Federvieh in einen Vogel zu packen.  

 

Zeichnen  

In meinem Jahr im Gestalterischen Propädeutikum sind mir die Lehrer oft auf die Nerven gegangen Dinge einfach auszuprobieren, ohne einen Plan, was mir offen gesagt gar nicht liegt. Für das fehlt mir ironischerweise die Geduld. Trotz alle dem habe ich verschiedene Positionen ausprobiert, welche der Vogel am Ende haben könnte, dies um ein möglichst gutes Endprodukt zu erhalten. 

 

 

Bei dieser Arbeit habe ich mich dazu entschieden, den Vogel mit vielen Linien darzustellen und nicht wie beim traditionellen Scherenschnitt mit Flächen. Durch die weissen Lehrräume und die schwarzen Flächen entsteht ein Kontrast, welcher beim Scherenschnitt als Gestaltungselement verwendet wird. Wenn ich also an eine “Traditionellen” Arbeit plane, muss ich mir überlegen, wie diese beiden Flächen zueinanderstehen, damit das Bild interessant und doch noch ausgewogen wirkt.

 

Hier in diesem Fall arbeite ich hingegen mit Linien und durch die Ballung der Linien an den jeweiligen Orten kann ich der Figur eine räumliche Tiefe geben, welche mit Flächen und nur zwei Farben nur schwer möglich ist. Dies ist der eine Teil, weshalb ich etwas so Feines geplant habe, zum anderen wollte ich vermutlich ein wenig angeben, da ich bis jetzt noch nie jemanden gesehen habe, der mit der Schere so fein arbeiten kann wie ich. (Beim Schreiben dieser Zeilen fühlt sich mein Ego gleich doppelt so gut)  

 

 

Das Zeichen bei dieser Arbeit ist nun mehr Skizzieren als ein Zeichnen. Je mehr Linien, umso mehr Tiefe kann ich erzeugen, umso länger habe ich jedoch nachher beim Schneiden. Ich verwende extra Scherenschnittpapier für meine Arbeiten. Bei dieser Arbeit nehme ich das Papier doppelt, dies bedeutet, dass ich nach dem Zeichen einen weiteren Bogen Papier auf das schon vorhandenen Blatt klebe.

 

Das Ganze hat zwei Vorteile, ich habe am Ende zwei Endprodukte wäre der eine und der weitaus wichtigere ist die Stabilität, wodurch das Papier beim Schneiden weniger reisst. (Persönliche Erfahrung)  

 

 

Schneiden  

Auf das genaue Vorgehen beim Schneiden gehe ich in einem anderen Eintrag genauer ein, dafür fehlt mir im Moment doch ein wenig die Motivation, zum anderen sprengt dies ein wenig den Rahmen, schliesslich hast du als Leser sicher auch noch etwas Besseres zu tun als die Gedanken eines leicht depressiven, egozentrischen Möchtegern Künstler zu lesen.  

 

Auf eines möchte ich trotzdem noch eingehen, damit mir das Papier beim Schneiden nicht reist, lasse ich immer gewisse Stücke stehen. Im Weiteren verbinde ich diese Stücke aus dem gleichen Grund miteinander. Am Ende kann ich diese Stücke dann ganz einfach noch wegschneiden. Noch ein kleines Geheimnis neben bei, wenn ich mal eine Linie aus Versehen wegschneide, merkt dass niemand.  

 

 

Rahmen/ Aufkleben  

Seit einiger Zeit stelle ich die meisten meiner Rahmen einer Schreinerlehre sei Dank selbst her. Dadurch kann ich den Rahmen auf das Endprodukt anpassen. Um meinem Phönix eine artgerechte Haltung zu ermöglichen, drücken wir ihn anders wie sonst nicht an die Scheibe und kleben ihn auch nur punktuell fest. Dadurch schwebt der Scherenschnitt und es entsteht gleich wieder ein wenig mehr Tiefe.

 

Um diesen Effekt zu erhalten, habe ich, um den Abstand zwischen Glas und Bild zu erhalten, einen Rahmen im Rahmen hergestellt. Um ein wenig Farbkontrast zu schaffen, habe ich zwei verschiedene Holzarten dazu gewählt nämlich Esche und Nussbaum. 

 

 

Da das Papier in diesem Fall nicht auf der Glasscheibe aufliegt, besteht die Gefahr, dass sich dieses durch die Luftfeuchtigkeit anfängt zu wellen. Um genau dieses Wellen zu vermeiden, musste ich das Papier auf die Rückwand kleben.

 

Wenn wir schon einmal beim Kleben sind, Kleben wir gleich den Scherenschnitt auf die Rückwand. Dazu verwende ich meist wasserverdünnten Weissleim, welcher wenn er abbindet durchsichtig wird. Den Leim habe ich punktuell auf den Scherenschnitt aufgetragen.

 

Nach nur etwa 150 Stunden bin ich jetzt mehr oder weniger fertig. Dir lieber Leser, herzliche Gratulation, du hast es geschafft und bist jetzt genau gleich fertig wie ich, nur stehen bei dir nicht zwei quadratische Massivholzrahmen mit einem Vogel darin im Weg. Man liest sich.... 

 

 

 

 

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